Feinsteinzeug schneiden ohne Ausbrüche: So gelingt die perfekte Kante
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Feinsteinzeug gehört zu den härtesten Materialien auf der Baustelle – gebrannt bei über 1.200 °C, dichter als Granit. Mit der richtigen Technik bekommen Sie trotzdem glasklare Kanten:
Die Vorbereitung
- Dünne Scheibe mit geschlossenem Rand wählen (1,2–1,6 mm). Je schmaler das Blatt, desto weniger Bruchkraft wirkt auf die Fliese.
- Fliese vollflächig auflegen – auf eine ebene, feste Unterlage (Styrodur-Platte ist ideal). Hohlliegende Bereiche brechen beim Schneiden.
- Schnittlinie mit Malerkrepp abkleben – das reduziert Mikroausbrüche an der Glasur zusätzlich.
Der Schnitt
- Erst anritzen: Ein flacher Ritzschnitt (2–3 mm tief) entlang der Linie, dann in einem zweiten Durchgang durchtrennen. Der Ritz führt die Scheibe und schützt die Sichtkante.
- Ohne Druck arbeiten: Die Scheibe schneidet über Drehzahl, nicht über Kraft. Drücken erzeugt Hitze – und Hitze sprengt Kanten.
- Von der Sichtseite schneiden, denn kleine Ausbrüche entstehen austrittsseitig.
- Kühlen: Ein nasser Schwamm an der Schnittstelle oder ein kurzer Wasserfilm verlängert die Standzeit und verbessert das Schnittbild deutlich.
Für 45°-Gehrungen (Jolly-Schnitt)
Beim Auf-Gehrung-Schneiden von Sockeln und Außenecken hilft eine Scheibe mit besonders feinem, hohem Belag – dafür gibt es spezielle Jolly-Scheiben im Fliesen-Sortiment.